Untersuchungsprogramm


Muskeldystrophie Typ Duchenne oder Becker
DMD-Gen (Duchenne muscular dystrophy-Gen; Genort: Xp21.2-p21.1; OMIM *300377)
IndikationKlinischer V.a. DMD (ausgeprägte Form, Erkrankungsalter 2-4 J.) oder BMD (mildere Form, Erkrankungsalter 1.-3. Lebensjahrzehnt)
Material2-5 ml EDTA-Blut
ErbgangX-chromosomal
Klinische Bedeutung

Die Duchenne- und Becker-Muskeldystrophien (DMD und BMD) sind neuromuskuläre Erkrankungen mit progredientem Muskelschwund und Schwäche. Im Rahmen der Krankheit degenerieren Skelett- und Herzmuskulatur und glatte Muskulatur.

Die DMD ist häufiger, manifestiert sich früher und verläuft schwerer als die BMD. Die Prävalenz der DMD unter männlichen Neugeborenen ist 1:3.300. Die Prävalenz der BMD unter männlichen Neugeborenen schwankt zwischen 1:18.000 und 1:31.000. Kinder mit DMD lernen oft verspätet laufen. Kognitive Funktionen können eigeschränkt sein sein. Die Diagnose wird meist im Alter von 5 Jahren gestellt, wenn watschelnder Gang, Spitzfuß (Pes equinus), Wadenhypertrophie und positives Gowers-Zeichen (Hochklettern an sich selbst beim Aufstehen vom Fußboden) auffallen. Im Alter von 10-12 Jahren werden die Patienten rollstuhlpflichtig. Zunehmend werden Skoliose, Kardiomyopathie und restriktive respiratorische Insuffizienz manifest. Die BMD tritt erst später, im Alter zwischen 5 und 15 Jahren, mit proximaler, unterschiedlich progredienter Muskelschwäche in Erscheinung. Erstes Symptom können auch kardiale Probleme sein.

Auch andere klinische Formen werden gesehen (isolierte Kardiomyopathie, Belastungsintoleranz, symptomatische Formen der Muskeldystrophie  Duchenne und Becker bei heterozygoten Frauen). Beide Krankheiten werden X-chromosomal-rezessiv vererbt und sind verursacht durch einen Mangel des Dystrophins in der Skelett- und Herzmuskulatur, der progredient zu nekrotischen Läsionen führt. Das DMD-Gen (Xp21.2) kodiert verschiedene Dystrophin-Isoformen.

Genotyp-Phänotyp-Analysen sind Gegenstand laufender Untersuchungen. Die Diagnose wird durch verschiedene Methoden gesichert. Der Serumspiegel der Kreatin-Phoshokinase (CPK) ist bei DMD 50- bis 200-fach, bei BMD 10- bis 35-fach erhöht. Die Muskelbiopsie zeigt dystrophische  Veränderungen (nekrotische und regenerierende Fasern). Immunhistochemisch wird bei DMD ein völliges Fehlen, bei BMD eine veränderte  Quantität- und/ oder Qualität des Dystrophins nachgewiesen. Molekulargenetisch sind am häufigsten Deletionen des DMD-Gens nachweisbar. Differentialdiagnostisch müssen die Sarkoglykanopathien abgegrenzt werden. Essentiell ist in den Familien die Suche nach heterozygoten Frauen. Grundlage der vorgeburtlichen Diagnostik ist eine hochpräzise molekulargenetische Analyse beim Index-Patienten.

MethodeMLPA-Analyse aller 79 kodierenden Exons zur Erfassung von Deletionen und Duplikationen einzelner oder mehrerer Exons
Dauer3 - 6 Wochen
LiteraturEmery, A. E. H., Lancet 359: 687-695, 2002
Monaco, A. P. et al., Genomics 2: 90-95, 1988
Grain, L. et al., Neuromusc. Disord. 11: 186-191, 2001

Datenschutz | Nachforderungen | AGB | Impressum | Kontakt | © Dr. Staber & Kollegen GmbH   
OK

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.
Weitere Informationen finden Sie im Menüpunkt Datenschutz.