Untersuchungsprogramm


SHOX-(Short Stature Homeobox) Haploinsuffizienz,
Leri- Weill Dyschondrosteosis (LWD), Mesomele Dysplasie Typ Langer (LD)
SHOX-Gen (Short stature homeobox, Genort: Xpter-p22.32; Ypter-p11.2, OMIM *312865, #127300, #249700, #302950)
IndikationMinderwuchs, idiopathischer Kleinwuchs (Körpergröße unter der 3. Perzentile für das chronologische Alter), dispropotioniertes Wachstum, Mesomelie (Verkürzung von Unterarmen und Unterschenkeln), Madelung-Deformität (Knochenfehlbildungen der Handgelenke)
Material2-5 ml EDTA-Blut
ErbgangPseudoautosomal dominant
Klinische Bedeutung

Wachstumsstörungen sind mit einer Inzidenz von 3:100 relativ häufig.

Die Körpergröße eines Menschen wird durch verschiedene genetische und umweltbedingte Faktoren beeinflusst. Minderwuchs kann durch Wachstumshormon-Mangel, Wachstumshormon-Rezeptor-Defekte und Mutationen in Genen, die zu Skeletterkrankungen führen, verursacht werden. Eine SHOX-Haploinsuffizienz mit heterozygot vorliegenden Mutationen im SHOX-Gen wurde nachgewiesen bei 2% bis 15% der Patienten mit idiopatischem Kleinwuchs, bei 50 % bis 90% der Patienten mit Leri-Weill Dyschondrosteosis und bei fast 100% der Mädchen mit Turner-Syndrom. Patienten mit dem schwerwiegenderen Phänotyp der Langer Dysplasie weisen SHOX-Gen-Mutationen in homozygoter Form auf.

Das SHOX-Gen liegt in der pseudoautosomalen Region (PAR1) der X- und Y-Chromosomen und entgeht der X-Inaktivierung. Durch alternatives Spleißen werden zwei Isoformen gebildet, von denen nur das längere Genprodukt (SHOXa) als Transkriptionsaktivator wirksam ist. SHOX-Mutationen können auch innerhalb einer Familie zu variablen Phänotypen führen.

MethodeAus einer Blutprobe wird die genomische DNA isoliert und zunächst mittels MLPA (Multiple Ligation-dependent Probe Amplifikation) nach vorliegenden Deletionen bzw. Duplikationen des SHOX-Gens untersucht. Bei negativem Ergebnis werden die Exons 2 bis 6a des SHOXa-Gens mittels PCR amplifiziert und durch Sequenzierung auf das Vorliegen von Mutationen untersucht.
DauerCa. 3-4 Wochen
Literatur

Binder, Horm Res Peadiatr 75:81-89, 2011;
Schneider et al., Am J Hum Genet 77:89-96, 2005;
Rappold et al., J Clin Endocrin & Metab, 3:1402-1406, 2002;
Rao et al., Nat Genet 16:54-63, 1997

MutationDeletionen, Duplikationen und Punktmutationen im SHOX-Gen.
Etwa 80% aller SHOX-Mutationen sind Deletionen mit einer Größe zwischen 90 kb und 2.5 Mb oder mehr. Die häufigsten Punktmutationen werden in Exon 3 und 4 gefunden, die den Bereich der Homeodomäne kodieren.

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