Varianten-PCR / Komplettsequenzierung bei positivem SARS-CoV-2-Nachweis

Freitag, 19 Februar 2021

Die mögliche Verbreitung von Coronavirus-Varianten hat in den letzten Wochen für erhebliche Unruhe in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen gesorgt.
Um hier für die Zukunft mehr Klarheit zu schaffen, hat das BMG die systematische Sequenzierung zirkulierender Varianten in der Coronavirus-Surveillanceverordnung verankert und zusätzlich die gezielte Suche nach Varianten in die Coronavirus-Testverordnung aufgenommen.

Hierbei gilt es zu unterscheiden:

1. Varianten PCR:

Voraussetzung: Positiver Nachweis von SARS-CoV-2-RNA im Abstrich bei Erstdiagnose

Entsprechend der Testverordnung können alle Einsender von Untersuchungsmaterial das Labor mit der Varianten-PCR beauftragen. Hierbei screenen wir auf die N501Y Mutation, die bei den hauptsächlich zirkulierenden Varianten aus Großbritannien (B.1.1.7) = Variant of Concern (VOC), Südafrika (B.1.351) und Brasilien (B.1.1.28) auftritt.
In weiteren Schritten wird auf eine Deletion im Genom bei der britischen Variante getestet sowie auf einen Austausch bei der südafrikanischen Variante. Die Bestimmung der brasilianischen Variante basiert somit auf dem Ausschlussverfahren und ist mit einer entsprechenden Unsicherheit behaftet.
Bitte fordern Sie die Analyse schriftlich und formlos innerhalb von 3 Tagen nach Vorliegen des positiven Testergebnisses nach!
Dabei können Sie die Mailadresse: m-Varianten.PCR@labor-staber.de oder die Faxnummer: 089 673 18 36 verwenden. Nach aktuellem Informationsstand erfolgt die Abrechnung über den ÖGD. Sollte die KV weitere formale Festlegungen treffen, werden wir Sie zeitnah informieren.
Im Auftrag des RKI werden wir in den Kalenderwochen 8 (22.-26.02.2021) und 10 (08.-12.03.2021) alle geeigneten positiv getesteten Proben, die Montag bis Freitag bei uns eingehen, automatisch mittels Varianten-PCR nachtesten. Damit soll die Entwicklung der Verbreitung dieser Varianten über die Zeitachse nachvollzogen werden. Es ist in den genannten Zeiträumen nicht erforderlich, die variantenspezifische PCR bei uns nachzufordern.
Ergebnisse werden Ihnen zeitnah übermittelt, der Nachweis einer VOC löst eine ergänzende Meldung an das zuständige Gesundheitsamt aus.


2. Sequenzierung:

Hierbei handelt es sich um ein Surveillance-Projekt, bei dem 5-10% der positiven SARS CoV-2 Ergebnisse per Zufall ausgesucht, sequenziert und zentral beim RKI ausgewertet werden. Daneben besteht die Möglichkeit in begründeten Fällen auch gezielte Sequenzierungen einzelner Proben vorzunehmen. Eine solche Untersuchung muss durch die Gesundheitsämter oder das RKI veranlasst werden. Wir bitten in diesen Fällen um eine Nachforderung innerhalb von 3 Tagen und um eine schriftliche Bestätigung. Für die Analyse sind nur Proben bei Erstdiagnose geeignet.


Die Analyse erfolgt bei unserem Sonic-Partner, der Bioscientia GmbH in Ingelheim. Bis zum Vorliegen eines Endergebnisses können 7-10 Tage vergehen.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.