Allergiediagnostik

 

Damit Sie bei häufigen allergologischen Fragestellung die Auswahl der Allergentests einfach gestalten können empfiehlt sich die Bestimmung von Allergen-Mischungen bzw. Allergen-Profilen. Diese wurden aus der ärztlichen Routine entwickelt und erleichtern die:

  • Basisdiagnostik, z.B. Kinder-Profil bzw. symptom-orientiere Profile wie Ekzem oder Rhinitis.
  • erweiterte allergologische Abklärung z.B. Nahrungsmittel oder saisonale Allergene.
  • bei Vorliegen nur weniger anamnestischer Hinweise kann als Screening die Mischungen sx1 und fx5 empfohlen werden, hiermit können mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten Allergien detektiert werden.

Auf Wunsch können bei positiven Mischungen die entsprechenden Einzelallergene ausgetestet werden. Bitte kreuzen Sie hierzu auf der Vorderseite des Untersuchungsauftrag das entsprechende Feld an!

Rekombinante Allergene erlauben durch die exaktere Bestimmung des allergieauslösenden Proteins eine exaktere Diagnose, z.B. bei multiplen Sensibilisierungen oder Kreuzreaktionen. Auch eine Unterscheidung von Majorallergenen, Minorallergenen, Profilinen, Polcalcinen und Lipidtransferproteinen (LTP) wird möglich.

Bitte beachten Sie, dass laut EBM für Kinder unter 6 Jahren 15 Einzelallergene und/oder Allergenmischungen danach nur noch 9 Allergene pro Quartal bestimmt werden können. Bitte denken Sie bei Kindern unter 6 Jahren an die Ausnahmekennziffer 32009!

Seit November 2019 haben wir die Allergiediagnostik auf Immunocap™ umgestellt. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.immunocapexplorer.com/

Webinar

 

Molekulare Allergiediagnostik zur Auswahl der spezifischen Immuntherapie

Dauer: 47:13

Video

 

Wann sollte die molekulare Allergiediagnostik eingesetzt werden?

Dauer: 02:37

Nützliche Links

allergyinsider.com - Allergyinsider stellt Patienten hilfreiche Informationen zur Verfügung, damit sie allergische Symptome besser verstehen und mehr über mögliche Auslöser und verfügbare Testmöglichkeiten erfahren.

allergyal.com - Weiterbildungsplattform zur Allergie- und Autoimmundiagnostik für Allgemeinmediziner

Corona-Krise

Das sollten Sie bei der Beratung von Allergikern beachten

Die Corona-Krise verunsichert Allergiker und Asthmatiker, da diese Patientengruppe unter Atemwegsproblemen leidet. Wir klären die wichtigsten Fragen für diese Patientengruppe:

1. Können sich Allergiker leichter mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren?

Die Infektiosität des Coronavirus ist für alle Menschen groß. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sich Allergiker leichter mit dem Virus infizieren als Menschen ohne Allergien.1

2. Tragen Allergiker, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, ein höheres Risiko, an der Lungenerkrankung COVID-19 zu erkranken?

Die wenigen Daten, die es aktuell gibt, weisen nicht darauf hin.

Zu den Begleiterkrankungen mit dem größten Komplikationsrisiko gehören2:

  1. Kardiovaskuläre Erkrankungen (inklusive Hypertonie)
  2. Diabetes mellitus
  3. COPD/Raucher
  4. Immunsuppression

Allerdings kann ein bestehendes Asthma oder eine bronchiale Überempfindlichkeit grundsätzlich durch einen virusbedingten Atemwegsinfekt verschlechtert werden.1

3. Erhöhen Kortison, spezifische Immuntherapie (SIT) oder auch Biologika das Risiko sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder COVID-19 zu entwickeln?

Kortison: Inhalative Steroide haben keine systemischen Nebenwirkungen und unterdrücken nicht das Immunsystem. Sie sollten weiter angewendet werden, da sie Entzündungsreaktionen in den Schleimhäuten mildern. So lässt sich einer Verschlechterung der chronisch entzündlichen Atemwegserkrankung vorbeugen. Es gibt aus der Literatur keine Hinweise, dass das Infektionsrisiko dadurch erhöht wird.1,4,5,6

SIT: Die spezifische Immuntherapie mit Allergenen sollte auf alle Fälle fortgeführt werden, sofern sie bereits eingeleitet wurde. Das betrifft vor allem die Insektengiftallergiker, denn im Sommer sind die Patienten wieder verstärkt dem Risiko ausgesetzt, von Insekten gestochen zu werden, auf die sie allergisch reagieren.1

Bei den inhalativen Allergenquellen wie Pollen, Milben oder Schimmelpilzsporen sollte die SIT ebenfalls fortgeführt werden, wenn die Behandlung bereits eingeleitet wurde. Hierbei ist zu beachten, dass angesichts des Pollenflugs Dosisanpassungen entsprechend der Empfehlungen der Hersteller vorgenommen werden – ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Situation.1

Bei Infektzeichen wie Fieber, unklarem Husten oder reduziertem Allgemeinzustand sollte die SIT ausgesetzt und zu einem späteren, beschwerdefreien Zeitpunkt unter ärztlicher Kontrolle fortgeführt werden.3

Biologika: Für Anti-IgE, Anti-IL-4/IL-13-Rezeptor und Anti-IL-5 bzw. Anti-IL-5-Rezeptor gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass das Immunsystem allgemein unterdrückt wird. Eher wird durch die Biologika die Überempfindlichkeit des Immunsystems normalisiert. Die Therapie sollte beibehalten werden, um zu verhindern, dass sich die allergische Erkrankung und die Atemwegsentzündung verschlechtern.1,3,7

4. Wie kann man die „normalen“ Allergiesymptome von den Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus unterscheiden?

Symptome, die für eine Allergie und gegen eine Coronavirus-Infektion sprechen, sind z. B.:

  • eine normale Körpertemperatur
  • ein allergietypischer, anfallartiger Niesreiz, zum Teil mit regelrechten Niesattacken
  • Juckreiz der Augen
  • Trockener Husten kann sowohl bei einer allergischen Erkrankung als auch bei einer Coronavirus-Infektion vorkommen

Stets aktuelle Informationen der medizinischen Fachgesellschaften zu dem Thema „Allergien und Coronavirus“ finden Sie unter www.dgaki.de

Ein ausführliches Interview zur Differenzierung zwischen Allergie und einer Coronavirus-Infektion finden Sie auf der Webseite des Deutschen Allergie- und Asthmabunds: www.daab.de

 

Literatur:

  1. Interview mit Prof. Dr. Margitta Worm zum Thema: Coronavirus – sind Allergiker gefährdet? https://www.mein-allergie-portal.com/allergie-allgemein/2649-coronavirus-sind-allergiker-gefaehrdet/all-pages.html (Abruf 2.4.20)
  2. Neues Coronavirus (SARS-CoV-2)–Informationen für die hausärztliche Praxis DEGAM S1-Handlungsempfehlung, DEGAM-Bundesgeschäftsstelle Stand 03/04/2020 https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S1-Handlungsempfehlung/053-054%20SARS-CoV-2%20und%20Covid-19/Publikationsdokumente/053-054l_Neues%20CORONA-Virus.pdf
  3. Webseite der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie: Fragen zum Coronavirus: Sind Allergiker gefährdet? https://dgaki.de/ (Abruf 7.4.20)
  4. Corona-Virus und Pollenallergie / Stichwort „Kortison“, Wichtige Hinweise des Vorsitzenden der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zum Thema „Kortison“ http://www.pollenstiftung.de/aktuelles-einzelansicht/corona-virus-und-pollenallergie-stichwort-kortison/73e5e543a649fcb02486a3d8fd85188a/ (Abruf 2.4.20)
  5. Glukokortikoide und Covid-19. Stellungnahme* zur Anwendung von Glukokortikosteroiden bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege (u. a. allergische Rhinitis/chronische Rhinosinusitis) bei COVID-19 des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA), der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte (BVHNO) und der Arbeitsgemeinschaften Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin und Rhinologie und Rhinochirurgie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO-KHC);  Klimek L. et al.; Allergo J 2020; 29 (3)
  6. Stellungnahme zur Anwendung von Glukokortikosteroiden bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege (u. a. allergische Rhinitis/chronische Rhinosinusitis) bei COVID-19. Empfehlungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA), des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte (BVHNO) und der AGs Klinische Immunologie,Allergologie und Umweltmedizin und Rhinologie und Rhinochirurgie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNOKHC). Laryngo-Rhino-Otol 2020; 99: 1–2 https://doi.org/10.1055/a-1148-3553
  7. Biologika und Covid-19. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeDA); Buhl R. et al.;  Allergo J 2020; 29 (3)